die kraft der Natur

Positive Auswirkungen von naturaufenthalten

Die Erkenntnis, dass unser seelisches Wohlbefinden stark mit unserer körperlichen Gesundheit verbunden ist, wissen wir bereits seit einigen Jahrzehnten. Eine Vielzahl zugänglicher Studien zeigt auf, dass unsere psychische Verfassung in vielerlei Hinsicht sich positiv aber auch negativ auf unsere körperliche Verfassung auswirken kann.

Mittlerweile beschäftigen sich ebenfalls viele Wissenschaftler mit der Auswirkung der Natur auf die wesentlichen Ebenen:

Körper, Psyche und Gesundheit

Stressed,Young,Woman,,Text,And,Drawings,On,Grey,Background

Die moderne form des lebens

Urbanisierung, Modernisierung, Digitalisierung und Technisierung verändern unsere Gesellschaft im privaten- sowie beruflichen Alltag in immer rasanterer Geschwindigkeit. Effektivität und Effizienz stehen im Fokus vieler Abläufe.

Betrachten wir unsere Wohnsituation so ist zu verzeichnen, das wir Menschen mehr und mehr in Städten leben, wohingegen Naturflächen u.a. durch Ausweitung von Industrie und Ressourcenabbau zerstört oder Lebensräume zerrissen werden. Die Diskrepanz zwischen Land und Stadt wird fortschreitend größer.

Diese “moderne” Form des Lebens hat zwei Seiten der Medaille. Auf der einen Seite bringt sie Fortschritt und Annehmlichkeiten. Auf der anderen Bewegungsarmut und Naturentfremdung.

Gleichzeitig führen Prozessbeschleunigungen und Effizienzsteigerungen im Arbeitsleben zu hohen psychischen Belastungen, mit der Folge, dass die menschliche Gesundheit Schaden nimmt.

Messbare auswirkungen

wie kann mir die natur helfen?

Die Wald- und Naturumgebung wird von den Menschen seit vielen Jahrzehnten aufgrund der ruhigen Atmospähre, der wunderschönen Landschaft, des angenehmen Klimas und der sauberen Luft genossen. Es fehlten in der Vergangenheit jedoch medizinische Beweise für die therapeutischen Effekte des Waldes. Im Jahre 2004 – 2006 initiierte das Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei in Japan ein Forschungsprojekt, um die therapeutischen Wirkungen von Wäldern auf die menschliche Gesundheit aus wissenschaftlicher Sicht zu untersuchen. 

Waldaufenthalte wirken sich positiv aus auf unser:

  • Nervensystem
  • Hormonsystem
  • Immunsystem

Aufenthalte im Wald reichen aus um Cortisol-Werte (Stresshormon) und Pulsschlag zu senken. Ein entsprechender Artikel erschien im Fachmagazin "Frontiers in Pschology".

1

Naturaufenthalte und körperliches Wohlbefinden

Wer sich in der Natur aufhält, der wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Aktivität und Bewegung verbinden, egal ob das ein Spaziergang, eine Wanderung, Joggen oder Fahrradfahren ist. Bewegung ist, weitreichend bekannt, eine wesentliche Voraussetzung für die menschliche Gesundheit denn körperliche Aktivitäten wirken sich positiv auf:

  • Herz- Kreislauferkrankungen
  • Vorbeugung gegen Schlaganfälle
  • Diabetis II
  • Arhtritis
  • Übergewicht
Plants,Background,With,Biochemistry,Structure.,Copy,Space,Using,As,Background
Pixabay-kostenlos-travel-1749508

Naturaufenthalte und psychisches Wohlbefinden

Psychische Erkrankungen wie Depressionen, somatoforme Störungen, Angst- und Schlafstörungen uvm. haben einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Dabei gehört die Depression zu den vier häufigsten Krankheiten auf unserem Planeten. Unsere aktuelle “künstliche und moderne” Lebensweise können das Auftreten solcher Krankheiten fördern oder verstärken. 

Bewusste und achtsame Naturaufenthalte dagegen können ein wichtiger Faktor bei der Prävention von psychischen Problem sein oder bei der Behandlung dieser unterstützend wirken.

Ein wichtiger Faktor zur Erhaltung unserer psychischen Gesundheit, welcher zu oft zu kurz kommt, ist Erholung. Die Natur bietet ein natürliches Erholungspotenzial. Aus diesem Grund befinden sich auch viele Reha-Einrichtungen und Kliniken in naturnahen (Erholungs-)Gebieten.

John Doe

Status quo

Weltweit verringern sich u.a. durch Urbanisierung d.h. die Ausweitung der städtischen Lebensform und fortschreitender Industrialisierung kontinuierlich Waldflächen. Wohnungsnahe “Naturspielräume” gehen mehr und mehr verloren und durch zunehmende Digitalisierung von Kindergärten, Schulen und Ausbildungseinrichtungen verlagert sich unsere Lebensweise von draußen nach drinnen und das vorwiegend im Sitzen. Durch diese und weiteren Faktoren verlieren bereits die jüngsten der Kontakt und damit die Verbundenheit zur Natur. Nachhaltige Naturkontakte und -erfahrungen kaum noch möglich.

Die folgen für die Gesundheit sind schon jetzt deutlich erkennbar. Stetig steigt die Zahl derer, die körperlich sowie auch psychisch erkranken und das leider schon bei unseren jüngsten: Unseren Kindern.

Die Gründe für die Zunahme sind vielfältig:

  • Steigender Leistungsdruck
  • Medienkonsum
  • Mobbing / Ausgrenzung
  • Überforderung der Eltern durch Beruf und Familie
pexels-mike-chai-842339

Das Naturdefizitsyndrom

Eine weitere Ursachen, die in den letzten Jahren einen Namen bekommen hat ist: Das Naturdefizitsyndrom, also die fehlende Möglichkeit nachhaltige Naturerfahrungen zu machen. Den “kindlichen Vorlieben”, also das was Kinder auf der ganzen Welt begeistert und das ohne Antrieb und Hilfe von Erwachsenen nachgehen, können die Kinder heutzutage oft nicht mehr umsetzen. Kinder lieben Spielen, Schleichen, Suchen, Verstecken, Sammeln, Tiere und Pflanzen beobachten, lauschen von Geschichten am Lagerfeuer, singen und noch viel mehr

pixabay-kostenlos-the-tablet-5017871

Digitale welt vs. Natur

Im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten verlagern sich die Spielräume der Kindern in den Wohnraum sowie an Orten und Terminen die reglementiert und kontrolliert sind.

Ein modernes Kind lernt heutzutage, vermehrt an PCs, Handys, Tablets und Spielekonsolen, was man wann und wie drücken oder drehen muss. Sie müssen gar nicht mehr kreativ werden, denn die Geräte “unterhalten” uns. Diese moderne “Spiele”-Welt schließt die Notwendigkeit aus, dass Kinder mit den “rauen” Elementen der Natur Erfahrungen machen.

Fazit

Vergleichen wir die Möglichkeit der letzten Jahrzehnten Naturerfahrungen zu machen, so stellen wir schnell fest, dass die heutige voranschreitende Digitalisierung, Technisierung, die Beschleunigung unseres Alltags, welche auch unsere Kinder in ein “Beschleunigungsstrudel” mit reinziehen, schnell wechselndes Spielzeug und die Verlagerung der Spielräume ins häusliche Umfeld, Naturerfahrungen regelrecht verdrängen.

Dieser Wandel verstärkt die Naturentfremdung.

Glücklicherweise und das stimmt uns positiv, erkennen mehr und mehr Menschen, wie wichtig es für unsere Kinder ist, dass sie direkte Erfahrungen in der freien Natur machen müssen. Denn dies sollte ein grundlegender Teil einer jeden Kindheit sein.

pexels-s-migaj-755871

positive auswirkungen

von naturaufenthalten

Durch das Spielen in der Natur werden Muskeln gestärkt und die Koordination verbessert. Zudem fördert die Bewegung an der frischen Luft einen guten und erholsamen Schlaf, regt einen gesunden Appetit an und beugt so der Entwicklung von Übergewicht vor.

Wer regelmäßig und bei jeden Wetter sich draußen aufhält der trainiert und verbessert sein Immunsystem gegenüber Krankheitserregern.

Durch das Spielen und Toben in der Natur werden neben der Koordination auch Kondition, Beweglichkeit und Balance trainiert. Wichtige Grundlage für eine gesunde Entwicklung und Leben.

Für gesunde Knochen und ein starkes Immunsystem benötigen wir zudem ausreichend Vitamin D, welcher nur zu ca. 10 % über die Nahrung aufgenommen wird. Ca. 90 % produziert unser Körper selbst, benötigt dafür jedoch Sonnenlicht.

 

 

Bereits in den 60er Jahren kam die Vermutung auf, dass eine Entfremdung der Kinder von der Natur, soziale und psychische Defizite hervorrufen können.

Kinder, die die Möglichkeit bekommen sich in der Natur aufzuhalten, reagieren zu Anfang oft mit Langeweile und “genervt” sein. Sie wissen regelrecht nichts mit sich und der Natur anzufangen. Das liegt oftmals daran, das sie von der Natur nicht, wie bei einem Handy oder Spielekonsole, aufgefordert etwas zu tun. Es gibt keine Anleitung und auch keine Anforderungen.

Ist der Punkt aber erst einmal überwunden, so gelingt es den Kindern und Jugendlichen durch die natürliche Reizreduzierung zu Ruhe zu kommen und in die Natur regelrecht einzutauchen. Die zu Anfang genannten kindlichen Vorlieben und alle verfügbaren Sinne werden wieder aktiviert und aktiv. Es wird gebuddelt, im Matsch gespielt, Hütten gebaut, Flüsse aufgestaut, Tiere sowie Insekten beobachtet und auf Bäumen geklettert. Mehr und mehr tritt das Gefühl der Entspannung ein.

Weitere positive Wirkungen von Naturerfahrungen auf die Psyche:

  • Reduzierung von Stress
  • Abbau von Ärger und Frustration
  • Erholung von geistiger Müdigkeit
  • Reduzierung von äußeren Reizen.

Die Natur ist absolut wertfrei und zugleich geheimnisvoll. Sie unterliegt dem ständigen Wandel der Jahreszeiten. Als ein “grünes” Klassenzimmer ist die Natur, zusammen mit seinen wichtigsten Partnern den Pflanze und Tieren, der optimale Lernort für uns.

Sie inspiriert Kindern ganz natürlich in ihrem eigenen Tempo und nach ihren Interessen Erfahrungen zu machen und zu lernen. Ausgangspunkt allen lernen ist die elementare Liebe der Kinder zum Spiel.

Kinder wollen regelrecht eigenständig und ohne ständiger Anleitung von Erwachsenen oder begleiteten Spielen die Natur für sich erfahren und entdecken. Spielen trägt unmittelbar zum Lernen bei. Fragen und Antworten wecken die Neugier. Das Erzählen von Geschichten regt die Vorstellungskraft, die Kreativität an und übermittelt ganz natürlich Wissen und Informationen.

Viele Eltern und das kann ich als Vater von zwei Kindern selber gut nachvollziehen, haben oftmals Sorge, wenn Kinder im Wald, abseits von Wegen spielen. Sie sorgen sich, dass etwas passiert. Nüchtern betrachtet ist die Teilnahem am Straßenverkehr unserer Kinder um ein vielfaches gefährlicher als durch Wiesen und Wälder zu streifen.

Wenn immer weniger Menschen nachhaltige Naturerfahrungen machen, sinkt die Zahl derer, die die Natur verstehen und zu schätzen wissen. Dies sind jedoch wichtige Voraussetzungen, um das tiefe Bedürfnis zu entwickeln, die Lebensräume von Tieren und Pflanzen und damit letztendlich auch unseren Lebensraum zu erhalten. Wer kaum Naturerfahrungen machen kann, der wird sich auch schwer als Teil der Natur sehen und später weniger Anreize haben, diese zu schützen und zu erhalten.

Umwelt- und Naturschutz sind ohne emotionale Bindung zur Natur nur schwer vorstellbar, denn diese natürliche Verbindungen entstehen nur durch das Erkunden, Erforschen, Entdecken und Erleben im natürlichen Umfeld. ​

Weitere positive Auswirkungen von Naturaufenthalten auf das Umweltbewusstsein sind:

  • Kinder die sich in der Natur aufhalten, wissen mehr über Tiere und Pflanzen und deren Lebensräume
  • Kinder die mehr Naturwissen haben eine geringeres “Ekelempfinden”
  • Naturaufenthalte verändern die Einstellung der Kinder zu Natur und dadurch erhält der Naturschutz einen höheren Stellenwert
  • Naturschutzentscheidungen sind in Hauptsache emotional. Dafür braucht es als Voraussetzung eine Naturverbundenheit

Wer die Natur respektiert, die Regeln kennt und befolgt, wenn ihr in freier Natur umherstreift, der braucht vor dem Wald auch keine “Angst” haben. Kinder die sich regelmäßig in der Natur aufhalten, entwickeln ein natürliches Gefühl für ihre Umgebung und lernen sie kennen und “Gefahren” einschätzen. Mit Umsicht und Aufmerksamkeit wird erlenrnt Situationen richtig einzuschätzen.

Zeit für Natur

Naturaufenthalte führen

  • zu einer Auszeit und Abstand
  • Förderung des Stressabbaus
  • zum Überdenken von Problemen und Lösungsansätzen
  • zur Veränderung der Sichtweise und Bewertung
  • zu einer gesteigerten Resilienz und Wohlbefinden
  • zu einer verbesserten Stimmungslage
  • zu einem qualitativeren Schlaf
  • zu einer besseren Naturverbindung